Profi-Tipps zum Kauf von Laufschuhen

Profi-Tipps zum Kauf von Laufschuhen

Running ist der perfekte Sport für alle, die sich gerne an der frischen Luft bewegen. Doch ohne die richtigen Laufschuhe kann aus einem befreienden Naturerlebnis schnell ein verbissenes Durchkämpfen werden. Damit du schmerzfrei ans Ziel kommst, verraten wir, was du beim Laufschuh-Kauf beachten solltest. Dazu bekommst du Profi-Tipps von Laufschuhberater Ralf Nöst. Danach musst du dich nur noch für eines von vielen angesagten Modellen entscheiden.

Nöst ist bereits seit 1987 im Sportfachhandel tätig und selbst Lauf-, Fitness- und Athletiktrainer im Einzel- und Mannschaftssport. Ingesamt hat er schon an über 50 Marathons und Ultramarathons teilgenommen und läuft vier bis sechs Mal in der Woche. Seine Trainingsdistanzen betragen zwischen fünf und 60 Kilometern, die hauptsächlich im Gelände stattfinden.

Wer einen neuen Schuh kaufen möchte, der sollte seinem Berater im Geschäft unbedingt ausführliche Informationen zum Terrain geben, auf dem er laufen möchte, so Nöst. Je mehr Informationen, desto besser. Ob man zum Spaß oder wettkampforientiert läuft, spielt ebenfalls eine Rolle beim Schuhkauf.

Läufer, die mindestens drei Mal pro Woche laufen gehen, sollten sich gleich zwei Paar Schuhe kaufen. Diese trägt man am Besten im Wechsel, denn auch ein Schuh braucht Zeit zur Regeneration. Achtung: Wenn deine Laufschuhe schon abgenutzt aussehen, solltest du sie besser gegen ein neues Paar eintauschen.

Der alte Schuh ist dann aber nicht nutzlos: Bring ihn unbedingt mit, wenn es an den Kauf eines neuen Paares geht, rät Nöst. Der Berater im Sportfachgeschäft kann dem gebrauchten Paar viele wichtige Informationen ziehen. Unter anderem ob du ein Neutralläufer oder Über- oder Unterpronierer bist.

Laufschuh

Zeig her deinen Fuß

Unsere Füße sind das Fundament unseres Körpers. Ist das Fundament nicht richtig ausgerichtet, kann es zu Problemen bei den Strukturen darüber kommen – sprich Knie-, Gelenk-, oder Hüftschmerzen.

Schon mal was von Pronation gehört? Von Einwärtsdrehung bzw. natürlicher Dämpfung vielleicht? Pronation bedeutet genau das und ist etwas ganz Natürliches. Es geht um die Art und Weise, wie dein Fuß den Stoß beim Auftreten abfängt. Man unterscheidet zwischen Supinierern bzw. UnterpronierernÜberpronierern  und Neutralläufern. Um den perfekten Laufschuh zu finden, musst du wissen, welcher Typ du bist. Klingt ganz schön kompliziert? Keine Sorge, wir klären auf!

Supinierer

Du bist wahrscheinlich ein Supinierer bzw. Unterpronierer, wenn dein Fuß einen hohen Spann hat (Hohlfuß). Schau dir mal deine Schuhe an: Sind sie an der Außenseite stark abgenutzt, fällst du in diese Kategorie.
Die Folge: Beim Abstoßen lastet ein verstärkter Druck auf den kleineren Zehen an der Außenseite deines Fußes. Kurz: Der Fuß kippt nach außen weg.
Die Gefahr: Verletzungen wie eine Entzündung der Sehnenplatte der Fußsohle (Fersenschmerzen), Knieschmerzen oder eine Fußgelenk-Zerrung können unter anderem auftreten.
Die Lösung: Achte beim Schuhkauf auf eine hohe Dämpfung der Mittelsohle.

Überpronierer

Überpronierer haben meist Senk- oder Plattfüße. Deine Schuhe dürften an der Innenseite der Ferse und unter dem Fußballen die stärkste Abnutzung aufweisen.
Die Folge: Der große und zweite Zeh werden beim Abstoßen am stärksten belastet.
Die Gefahr: Knie- und Fersenschmerzen sowie Probleme mit der Achillessehne können bei der falschen Belastung des Fußes auftreten.
Die Lösung: Schuhe, die deinen Fuß stabilisieren. Die Pronationsstütze sollte in der Innenseite des Schuhs im Mittelfußbereich liegen.

Neutralläufer

Als Neutralläufer hast du die Qual der Wahl: Weil sich dein Gewicht beim Abstoßen relativ gleichmäßig verteilt, kommen eine Vielzahl von Schuhen für dich in Frage. Stabilisierende Elemente brauchst du nicht. Wir empfehlen trotzdem eine leichte Dämpfung zum Schutz der Gelenke. Ob du ein Neutralläufer bist, kannst du auch daran erkennen, dass deine Schuhsohlen ein S-förmiges Abnutzungsmuster von der Außenseite der Ferse bis zum großen Zeh aufzeigen. Dank dieser effektiven Dämpfung sind Verletzungen nicht sehr wahrscheinlich.

Sonderregelung für Anfänger und Profis

Wenn du gerade erst mit dem Lauftraining startest, ist es möglich, dass dein untrainierter Fuß eine leichte Überpronation aufzeigt. Hier kann ein Neutralschuh helfen, deinen Fuß in Form zu bringen. Übergewichtige Läufer sollten auf eine starke Dämpfung achten.
Fortgeschrittene bzw. sehr gut trainierte Läufer ohne Fehlstellungen brauchen keine Dämpfung, sondern größtmögliche Flexibilität, wie sie zum Beispiel Barfußschuhe bieten. Diese sind aber nur für weiche Böden gut geeignet.

Wir könnten jetzt ein ganzes Buch über verschiedene Läufer-Typen und die dazu passenden Schuhe verfassen. Machen wir aber nicht! Sondern wir schicken dich mit diesem Überblick zu einem unserer SCHUH COACH. Schau einfach in einem INTERSPORT-Store vorbei, lass deine Füße analysieren und dich beraten.