Richtig angezogen bei jedem Wetter

Richtig angezogen bei jedem Wetter

Ab 25 Grad aufwärts ist alles ganz einfach: Unten wahlweise Shorts oder kurze Tights, oben herum genügt ein Shirt oder Singlet. Wer dann seine Haut noch effektiv vor der Sonne schützt, hat eigentlich alles richtig gemacht. Dann kommen Herbst und Winter: Was trage ich bei zehn Grad zum Laufen? Und was ziehe ich erst bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt an? Fragen, die nicht einfach zu beantworten sind, da jeder Mensch ein anderes Kälteempfinden hat. Da wir aber ungern frieren, neigen wir dazu, uns bei Herbst- und winterlichen Läufen zu dick einzupacken. 

Windschutz und Atmungsaktivität

Besonders im Winter stimmt der Wert auf dem Thermometer mit der gefühlten Temperatur oft nicht überein. Kühler Wind und vor allem die Geschwindigkeit, mit der dieser bläst, sorgen dafür, dass wir Temperaturen sehr unterschiedlich empfinden. Jetzt gilt es, Materialien zu finden, die vor kühlem Wind schützen, gleichzeitig aber atmungsaktiv sind. Der Schweiß soll von innen nach außen dringen, während Nässe und Wind nicht an den Körper gelangen.

Der Mensch als gleichwarmes Wesen ist stets bestrebt, seine Körpertemperatur konstant zu halten. Selbst bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt kommt es bei großer körperlicher Aktivität zu einem Wärmeüberschuss. Wer sich zu warm kleidet, reduziert auch im Winter seine Leistungsfähigkeit. 

Zwiebelprinzip im Winter

Mache es also wie die Zwiebel. Lege dir mehrere „Schalen“ zu, sodass du bei Bedarf eine Schicht ablegen kannst. Die äußerste Schicht ist wind- und wasserabweisend, während die mittlere Schicht für gute Wärmeisolierung sorgt. Feuchtigkeit transportierende Unterwäsche kann die Haut angenehm trocken und warm halten.

Wer läuft, der schwitzt. Weil das so ist, hat die sonst so angenehm zu tragende Baumwolle im Sport längst ausgedient. Denn Baumwolle saugt sich mit Schweiß voll, was zur Folge hat, dass der Körper sich ständig nass anfühlt und auch schneller auskühlt. Grundsätzlich brauchen wir zwar etwas Schweiß auf der Haut, um unsere Körpertemperatur zu regulieren, aber es sollte kein triefend nasses Shirt sein. Funktionstextilien kümmern sich darum, dass nur so viel Schweiß am Körper bleibt, wie wir für die Klimaregulation benötigen.

Im Sommer luftig anziehen

Im Sommer produziert dein Körper beim Laufen extrem viel Wärme. Um ihn zu kühlen, benötigst du etwas Schweiß auf der Haut und Luft, die am Körper entlangströmt. Du siehst schon – es wäre ein großer Fehler, sich zu warm anzuziehen. Genau das tun aber viele Läufer im Sommer. Deshalb: Kleide dich luftig, und achte darauf, dass keine Nähte scheuern können. 

Ob du lieber enge oder etwas weitere Bekleidung trägst, hängt ganz von deinen persönlichen Vorlieben ab. Allerdings haben enge Oberteile auch einen Vorteil: Sie verursachen weniger Reibung. Besonders Männer klagen bei weiten Shirts auf nackter Haut im Sommer häufig über wund gescheuerte Brustwarzen. Ein dünnes, hautenges Funktionsshirt kann hier helfen. Oder klebe die Brustwarzen mit Pflasterstreifen ab.

Ähnlich verhält es sich mit Shorts. Kurze Tights lassen zwar weniger Luft an die Beine, verhindern aber, dass die Oberschenkel aneinander reiben. Wenn du in Shorts läufst, musst du vielleicht die Oberschenkel-Innenseite mit Vaseline einschmieren, damit du dir keinen „Wolf“ läufst.

Im Winter nicht zu dick anziehen

Noch mehr als im Sommer gehen viele Läufer im Winter viel zu dick vermummt auf die Laufstrecke. Die Faustregel gilt: Lieber in den ersten Minuten etwas frieren, als danach eine halbe oder sogar eine Stunde viel zu warm gekleidet zu sein. Wenn du mehr als drei Schichten trägst, vergisst du, dass dein Körper ein modernes Wärmekraftwerk ist. Zum Kühlen muss aber auch Schweiß verdunsten können, sonst droht ein Hitzestau – sogar im Winter ist das möglich. 

Wähle also lieber eine gut isolierende erste Schicht, also Funktionsunterwäsche, die schön warm hält. Darüber genügen oft ein langärmeliges Laufshirt und eine Laufjacke, die (kalten) Wind und auch Regen oder Schnee abhält. Sinnvoll ist es, empfindliche Partien besonders zu schützen. Ein Halstuch (bitte keinen Wollschal) ist eine gute Wahl, und natürlich auch eine Mütze oder alternativ ein Stirnband, das auch die Ohren schützt. Auch die Hände sollte man warm halten, spezielle Laufhandschuhe gibt es in verschiedenen Ausführungen im Handel. Wer unter seiner Lauftight noch eine lange Unterhose tragen möchte, muss darauf achten, dass die Tight nicht zu eng sitzt.